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Ein Zombie-Buchtipp für Fans des rasanten Schmökerns: “Totes Meer” von Brian Keene (erschienen 2010 auf Deutsch im Heyne Verlag) lässt sich in einer einzigen  Regennacht vertilgen (ist am eigenen Leib erprobt).

Totes Meer von Brian KeeneDie Geschichte beginnt mit einem genretypischen Post-Apokalypsen-Szenario: Untote Ratten beginnen urplötzlich, Menschen anzufallen – sie übertragen den Untod auf alle Lebewesen, die ihnen vor die Nagezähne kommen. Andere Tierarten bleiben ebenso wenig verschont wie Menschen, die ihrerseits als untote Überträger alles angreifen, was läuft und zappelt. Die Seuche breitet sich von den USA über die Welt aus; Kriegsrecht wird ausgerufen, Zivilisationen brechen zusammen, die Überlebenden verschanzen sich, plündern, kämpfen sich von Tag zu Tag. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der junge Verlierer Lamar, der sich eine Weile mit seinem Nachbarn in einem Haus im Armen-Ghetto Baltimores verstecken kann. Als die Vorräte der beiden knapp werden, müssen sie ihre Zuflucht verlassen, um Lebensmittel zu finden. Der Nachbar überlebt diesen Ausflug nicht, und Lamar ist auf sich allein gestellt, als seine Heimatstadt von einem Großbrand überrascht wird. Mit einer untoten Zombie-Armee und einem Flammenmeer im Rücken, dafür mittlerweile mit zwei Waisenkindern und einem Waffennarren an der Seite, die sich unterwegs zu ihm gesellt haben, bleibt Lamar nur die Flucht Richtung Hafen. Mit letzter Not kann sich die kleine Gruppe weiteren Überlebenden anschließen, die gerade ein altes Museumsschiff startklar machen, um ihr Heil auf offener See zu suchen. Und von da an wird es spannend …

Auf dem Meer zeigen die vom Schicksal zufällig zusammengewürfelten Personen die Rollen, die ihnen der Überlebensinstinkt zuweist: hinterhältiger Widerling, der nur auf den eigenen Vorteil bedacht ist, unverhoffter Held, der mit seinem Mut und seiner Selbstlosigkeit sich und andere überrascht, der Weise, der die Geschehnisse in kulturelle und weltgeschichtliche Zusammenhänge zu bringen weiß – und natürlich: jede Menge Opfer …

“Totes Meer” ist kurzweilige Unterhaltung. Manchmal wird die Geschichte ein wenig atemlos: Was dem einen gefallen wird, weil das Umschlagen jeder Buchseite eine neue Wendung in der Story mit sich bringt, ist für den anderen etwas zu schnell vorangeprescht. Weil die Geschichte in rasantem Tempo vorwärtsrast (manchmal mehr der Geschwindigkeit eines Comics als der eines Romans gleicht), hat die Atmosphäre der Erzählung oft zu wenig Zeit, sich zu entfalten. Dennoch zwingt die Story, immer weiterzulesen – das Buch aus der Hand zu legen, fällt schwer!

Urteil: Solide Zombie-Stimmung mit sympathischer Hauptfigur, viel Spannung ab dem ersten Drittel des Buches, Leseempfehlung für Zombie-Fans!

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