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Zu einem früheren Zeitpunkt hatte Gastautor Thomas über sein Staunen geschrieben, dass der Zombie-Liebesfilm “Warm Bodies” deutlich besser ist, als er geglaubt hatte, sogar berührend auf ihn gewirkt hatte. Necrophorus erklärt euch heute, warum er anderer Meinung ist.

Warnung: Die folgenden Zeilen entsprechen der Meinung des Rezensenten. Der Film bekam recht gute Kritiken und mag dem ein oder anderen Leser auch gefallen – auf entsprechende Reaktionen würde ich mich freuen.

Warm BodiesAlso: Warm Bodies – Zombies mit Herz wird angekündigt als paranormal-romantische Zombie-Komödie – und da funktioniert schon mal was nicht. Zombie-Komödie kann ich mir gut vorstellen, immerhin funktionierte Fido – Gute Tote sind schwer zu finden ja auch ganz gut und auch bei Zombieland gab es etliche urkomische Szenen. Aber “paranormal-romantisch” …?! Kurz zur Story (Vorsicht, Spoiler!): R ist ein Zombie, M auch. Beide leben auf einem Flughafen und tun das, was Zombies tun – über den Flughafen schlurfen, andere Zombies anrempeln und gelegentlich Menschen jagen und fressen. Allerdings tut R etwas, was vollkommen unzombisch ist: denken! Und diese Gedanken werden via Stimme aus dem Off an den Zuschauer übertragen. Der Zuschauer erfährt also, dass R nicht so richtig glücklich mit der Situation ist und beim Fressen von Menschen auch ein schlechtes Gewissen bekommt. Er lebt in einem Flugzeug und hat es sich dort gemütlich eingerichtet, inklusive tatsächlich cooler Plattensammlung (die dann auch den Soundtrack bestimmt) und er trifft sich gelegentlich mit M, um sich gegenseitig anzuknurren und sogar einzelne Worte zu wechseln.

Auf einem ihrer Streifzüge trifft R mit seiner Zombiemeute auf eine Gruppe Überlebender, die ihre abgeriegelte Stadt mit Medikamenten versorgen wollen. Hier frisst R das Gehirn von Dave – und durchlebt dessen Gefühlswelt. Dave ist der Freund von Julie und R verliebt sich in sie, die leider keine Patrone mehr hatte, um sie R in den Kopf zu knallen. R beschützt sie und nimmt sie mit in sein Flugzeug. Das geht natürlich nicht gut und vor allem die Bonies – Zombie-Skelette im Endstadium – finden die Geschichte uncool und jagen R und Julie. Ebenfalls nicht so begeistert von der Beziehung ist Julies Vater, der die Truppen der Überlebenden leitet und R sowie alle anderen Zombies endgültig töten möchte. To make a long story short: Die Zombies fangen wieder an zu träumen, bekommen Gefühle und R wird wieder ein richtiger Junge – und natürlich kriegen sie sich, die Julie und R.

Und nun die Frage an die Zombie-Hardliner: Warum kann diese Story nicht funktionieren? Richtig, weil! Zombies mit Gefühlen und Gedanken, romantische Beziehungen, Herzschmerz  und Rückverwandlungen von Untoten in echte Lebende – hallo?! Aber für die Romantiker unter euch: Meine Frau fand den Film auch blöd. In diesem Sinn, Necrophorus.

Kommentare

3 Kommentare zu “Warum “Warm Bodies” nicht funktioniert”

  1. Syrcro sagt:

    Und ich dachte, ich sei der einzige, der den Film zu schreien langweilig fand.

  2. Thomas sagt:

    Hm…da hätt ich jetzt deutlich mehr erwartet, ca. 98 % deines Beitrags bestehen darin, den Inhalt des Films wiederzugeben. Ich zitiere mal die restlichen Prozente, also die Stellen, die deine Antipathie gegen “Warm Bodies” zum Ausdruck bringen:
    1. ´und da funktioniert schon mal was nicht (…) Aber “paranormal-romantisch”…?´
    Was funktioniert da nicht und warum nicht? Keine weitere Ausführung von dir. Abgesehen davon beziehst du dich hier nicht auf den Film sondern auf eine Ankündigung, also spiegelt die Ankündigung nicht den Inhalt/ die Aussage des Films wieder, oder was möchtest du damit sagen?
    2. Jetzt kommt erstmal lange Zeit nichts, erst kurz vor Ende dann das 2. und letzte “Argument”, ich darf zitieren: ´Warum kann diese Story nicht funktionieren? Richtig, weil!´Es folgt eine kurze Auflistung der Aspekte, die diesen Film zu dem machen was er ist: ungewöhnlich und einzigartig (wertfrei!). Darauf folgt der Konter: die ganze Sinnlosigkeit, Chuzpe, ja Blasphemie, die diesen Film per se diskreditieren, werden mit einem Wort verbalisiert: ´Hallo?!´ Kaum erholt von diesem Schock folgt schon das Totschlagargument, der ultimative Knock-Out, der Finalpunsh: ´Meine Frau fand den Film auch blöd.´ Wow! Was soll mann (sic!) dagegen sagen, ohne als politisch unkorrekter Frauenfeind stigmatisiert zu werden?!

    Ja, der Film ist ungewöhnlich, er stellt (ich denke, DAS ist es was dich stört) die bekannten Zombiefilmgesetzte auf den Kopf, aber mal ehrlich, muss denn immer alles so bleiben wie es ist? Ist denn jede Veränderung schlecht? Schöne Grüße an den Konservatismus.
    Nochmal: Mir hat an diesem Film die Analogie der Zombiewelt zu unserer Realität (s. meine Rezension) gefallen, aber vor allen Dingen die Lösung des Problems: die Liebe. DAS ist die Aussage des Films, und das macht ihn einzigartig, es ist nicht das Abhacken des Kopfes, nicht der Schuss, der den Schädel platzen lässt, es ist die Liebe. Utopie statt Dystopie, und dies als Antwort auf Gesellschaftskritik, mir hats gefallen.

    Bissig-liebe Grüße

    Thomas

  3. Für mich funzt dieser Zombie-Liebes-Schmarrn schon von dem Anfang an nicht. Der Zombie frisst den Freund der Tusse (und übernimmt damit quasi irgendwie seine Gefühle). Und die Tusse verknallt sich in das Viech das ihren Freund gefressen hat………….. würde so ein Viehzeugs MEINEN Freund fressen würde ich sicherlich anders reagieren anstatt mich in den zu verknallen ;-) . Hat mehr so was mit “Rübe ab” zu tun ;-)

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