Zombies im Netz

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*KZF = Knifflige Zombiefragen

Bei unserer letzten Verlosung – es gab David Wongs “Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker” zu gewinnen – haben wir die Teilnehmenden gebeten, uns knifflige Zombiefragen zu schicken. Aus den eingegangenen Fragen hat der Glückszombie die Siegerin des Buches gezogen – und die folgende Frage hat gewonnen (natürlich werden auch die anderen Fragen, die bei der Verlosung zusammengekommen sind, beantwortet – keine Zombiefrage darf unbeantwortet bleiben!):

Verwesen Zombies anders als "normale" tote Menschen?

Verwesen Zombies anders als “normale” tote Menschen?

Barbara B.-H. aus B. fragt: “Verwesen Zombies langsamer als “normale” tote Menschen? Und hält das Fressen von lebendigem Fleisch den Verwesungsprozess auf oder verlangsamt es ihn – oder hat das keine Auswirkungen auf den Verwesungsprozess?”

Liebe Barbara, erst mal möchten wir dir noch mal ganz herzlich zu deinem Gewinn gratulieren – nach unserer Einschätzung wirst du Spaß an diesem schön durchgeknallten Buch haben! Zu deiner Frage: Wirklich knifflig! Fangen wir mal mit dem zweiten Teil deiner Frage an: Dass das Auffressen von lebenden Zeitgenossen in irgendeiner Weise den Verwesungsprozess aufhalten könne, haben wir schon an früherer Stelle für ziemlich ausgeschlossen erklärt. Ohne Stoffwechsel keine positiven Auswirkungen von “gesunder” Ernährung.  (Oder “artgerechter” Ernährung? Wie nennen wir das am geschicktesten, ohne dass es zynisch klingt?) Ob ein Zombie frisst oder es lässt – das dürfte keinerlei Auswirkungen auf seinen körperlichen Status haben.

Und jetzt Erde bei die Gräber oder Butter bei die Fische; deine Frage zielt ja auf was deutlich Entscheidenderes ab: Unterliegen Zombies denselben Naturgesetzen wie lebende Personen? Darauf läuft es ja hinaus: Wer tot ist und trotzdem nicht einfach rumliegt und gar nichts mehr tut, scheint ein wenig anfällig für Magie zu sein. Es ist bis zum Ausbruch der Zombie-Apokalypse wohl erst mal eine Glaubensfrage (wenn es soweit ist, können wir ja gucken, wer recht gehabt hätte!): Wir bei ZOMBIES IM NETZ sind jedenfalls der Meinung, ein Zombie hat dieselbe Verwesungszeit wie jede andere Leiche. Das scheint uns logisch, denn was sollte bei einem Zombie für langsameres Verwesen sorgen? Totes Fleisch ist totes Fleisch – und vorausgesetzt, wir schließen jeden Hokuspokus und jede Magie aus, dann betrachten wir Zombies mal als normale organische Materie. Wir neigen da nicht zu romantisierenden Vorstellungen wie Vampir-Fans. Bei denen glitzert ja schon mal so ein untoter Beißer im Sonnenlicht, völlig gleichgültig, ob sich das mit irdischen Gesetmäßigkeiten verträgt.

Falls du dich für mehr Details zur “Lebenszeit” (nee: Untod-Zeit!) von Zombies interessierst: Zu ihrer Haltbarkeit hatten wir schon einmal eine Frage beantwortet (und erstaunt festgestellt, dass bestattete Leichen länger beim Verwesen brauchen als unbestattete – klarer Nachteil für umtriebige Zombies. Wer bewegungslos im Erdreich bleibt, hat länger was vom Leben, pardon: hat länger was vom Untod.).

Unsere Antwort nach bestem Wissen und Gewissen lautet zum jetzigen Zeitpunkt: So ein Zombie ist auch nur ein Mensch. Und unter hiesigen klimatischen Bedingungen hält der Mensch in totem Zustand nun mal nicht länger als etwa zwei Jahre. Ein Zombie, der länger frisch bleiben will, muss sich ins Kühlhaus legen – mehr fällt uns vorerst auch nicht an Wellness-Tipps für ihn ein. (“Wellness für Zombies” – vielleicht könnte sich ein Lifestyle-Blog ja mal dieses vernachlässigten Themas annehmen?)

Kommentare

8 Kommentare zu “KZF*: Verwesen Zombies wie Menschen?”

  1. bayer04 fan sagt:

    Hallo liebes Zombies-im-Netz-Team,

    ich habe im Zombie-Survival-Guide gelesen, dass die Zombies langsamer verwesen als herkömmliche Leichen, weil das Virus einige bei der Verwesung beteiligte Mikroorganismen abstößt. Ansonsten würde der Körper viel zu schnell zerfallen und die Zombies wären schon nach wenigen Tagen keiner Bewegung mehr fähig.

    • Zombies im Netz sagt:

      Wir wetten dagegen. Jetzt brauchen wir nur noch einen Zombie zum Beweis, um Max Brooks bei dieser Wette auszunehmen! Könnte sich lohnen, der hat in den letzten Jahren -- zu Recht, wir sind große Fans! -- bestimmt wirklich gut verdient! ;-) “Virus stößt Mikroorganismen ab” ist unglaubwürdig. Wie soll denn ein Virus den gesamten Körper mit sämtlichen Zellen auf einmal mit der Botschaft “abstoßend für andere Organismen” infiltrieren? Quasi nach dem Tod von jetzt auf gleich von “Yummie, lecker!” zu “Bäh, ungenießbar” umprogrammieren?

  2. bayer04 fan sagt:

    Ich versuche nochmal gegenzuhalten ;)

    Ich habe folgenden Textabschnitt in einem Artikel über die Frage “Wie lange würde eine Zombieapokalypse dauern” gefunden:

    Verwesungsprozess

    Zuerst muss man sich darüber im klaren sein, was ein Zombie eigentlich ist: Ein toter Mensch. Als Leiche obliegt ein Zombie also den normalen Gesetzen der Verwesung. Die “rennenden Zombies” sind übrigens deshalb ein physikalisches Problem, weil die Leichenstarre unter normalen Bedingungen bereits nach 4 Stunden einsetzt. Die Muskeln verhärten sich, beginnend ab Kopf über Rumpf zu den Gliedmaßen und nur weil die Muskeln nach ca. 36 Stunden zerfallen, kann überhaupt eine Bewegung statt finden. (Allerdings nicht mehr wirklich über die Muskeln, die sind ja kaputt)

    Die Weichteile und inneren Organe des Körpers zersetzen sich und es bilden sich Gase. Diese Zersetzung führt dazu, dass aus den Körperöffnungen Flüssigkeit austritt und im Körper selbst eigentlich nur noch “Brei” zu finden ist. Dies geschieht in der Regel nach wenigen Wochen.

    Je nach Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit zersetzt sich irgendwann, so nach 2 Jahren auch die Haut und die Haare und nach dem setzt die Skelettierung ein.

    Halten wir also folgendes fest: Ein Zombie kann erst ein mal ca. 4 Stunden lang tatsächlich sowas ähnliches wie Rennen bewerkstelligen, dann setzt die Leichenstarre ein und 2-3 Tage später zerbröselt das Muskelgewebe. Die Gasbildung sorgt dafür, dass ein Zombie eher matschig aussieht und eigentlich nicht so “abgemagert”, wie Hollywood uns das gern glauben machen würde.

    Davon mal abgesehen muss man nur mal gucken, wie lange es dauert, wenn irgendwo ein totes Tier herumliegt. Die Maden und Würmer sind relativ schnell bei der Sache und fressen das Aas auf. Und ein Fliegenschwarm gibt einen Scheiss darauf, ob ein wenig langsame Bewegung da ist. Daher muss man den Faktor der Skelettierung hier tatsächlich weeiiiiiit herunter schrauben.

    http://www.trancefish.de/blog/show/science/Wie+lange+wuerde+eine+Zombie+Apokalypse+dauern/

    Laut diesem Text wäre ein Zombie schon nach ein paar Tagen nahezu hinüber und würde keine Gefahr mehr darstellen. Da die Zombies in den Filmen aber länger halten als ein paar Tage, halte ich die Theorie von Max Brooks, dass einige Mikroorganismen von dem Virus infiziertes Fleisch meiden und dadurch die Verwesung verlangsamt wird, nicht für unrealistisch. Und wenn der Virus es schafft ein totes Gehirn wieder anzuschmeißen, dann wird er es ja wohl auch schaffen, ein paar Mikroben abzublocken :P

    • Erstmal Danke für die Verlinkung meines Textes. Mittlerweile würde ich die Verwesungstheorie von Max Brooks auch unterstützen. Wäre ja auch irgendwie langweilig, wenn eine Apokalypse sich selbst in Wohlgefallen auflöst. Wo bleibt denn da der Spaß?

  3. bayer04 fan sagt:

    Hier sind auch noch mal die Ausführungen von Max Brooks zum Thema Verwesung von Zombies:

    H. Verwesung
    Die durchschnittliche »Lebensspanne« eines Zombies -- wie lange er funktionieren
    kann, bevor er vollkommen verwest -- wird auf drei bis fünf Jahre geschätzt. So
    fantastisch sich das anhört -- ein menschlicher Leichnam, der dem natürlichen
    Verwesungsprozess Einhalt gebieten kann -, der Grund dafür liegt in einfachen
    biologischen Sachverhalten. Wenn ein Mensch stirbt, fallen sofort Milliarden
    Mikroorganismen über sein Fleisch her. Diese Mikroorganismen sind stets präsent,
    in der Umwelt und im Körper selbst. Im Leben dient das Immunsystem als Barriere
    zwischen diesen Organismen und ihrem Ziel. Im Tod wird diese Barriere entfernt.
    Die Organismen vermehren sich exponentiell, während sie fressen, und zersetzen
    den Leichnam so auf der Zellebene. Geruch und Verfärbung, die mit verwesendem
    Fleisch assoziiert werden, sind der biologische Prozess dieser Mikroben, die am Werk sind. Wenn man ein »abgehangenes« Steak bestellt, dann bestellt man ein
    Stück Fleisch, dessen Fäulnis bereits eingesetzt hat, sodass das ehedem feste
    Fleisch von Mikroorganismen aufgeweicht wurde, die seine zähen Fasern
    aufbrechen. Binnen kurzer Zeit wird sich dieses Steak, genau wie ein menschlicher
    Leichnam, in nichts auflösen und nur Substanzen hinterlassen, die zu hart oder
    nährstoffarm für Mikroben sind, zum Beispiel Knochen, Zähne, Nägel und Haare.
    Das ist der normale Zyklus des Lebens, die Methode, mit der das Leben Nährstoffe
    in die Nahrungskette zurückführt. Um diesen Vorgang aufzuhalten und totes
    Gewebe zu erhalten, ist es erforderlich, dass man es in eine für Bakterien
    ungeeignete Umgebung bringt, zum Beispiel extrem hohen oder niedrigen
    Temperaturen beziehungsweise toxischen Chemikalien wie Formaldehyd aussetzt -
    oder, in diesem Fall, es mit Solanum sättigt.Fast alle Mikroben, die mit dem
    normalen menschlichen Verwesungsprozess zu tun haben, meiden Fleisch, das
    von dem Virus infiziert war. Wäre dies nicht der Fall, würde sich der Kampf gegen
    Untote schlicht und einfach darauf beschränken, ihnen mehrere Wochen, vielleicht
    auch nur Tage, aus dem Weg zu gehen, bis sie zu Knochen verwest sind. Die
    Forschung hat den exakten Grund für diesen Zustand noch nicht herausgefunden.
    Man hat jedoch festgestellt, dass wenigstens einige Mikrobenarten von der
    abstoßenden Wirkung des Solanum verschont bleiben -- andernfalls würden die
    Untoten für alle Ewigkeiten vollkommen erhalten bleiben. Darüber hinaus wurde
    festgestellt, dass natürliche Bedingungen wie Feuchtigkeit und Temperatur
    ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Untote, die die Sümpfe von Louisiana
    heimsuchen, halten vermutlich nicht so lange wie Exemplare im kalten, trockenen
    Klima der Wüste Gobi. Extreme Situationen, zum Beispiel Tiefkühlen oder
    Eintauchen in Konservierungsflüssigkeit, könnten es einem Untoten theoretisch
    ermöglichen, unbegrenzte Zeit zu existieren. Es ist bekannt, dass Zombies
    vermittels dieser Techniken Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte überdauern
    konnten (siehe: »Überlieferte Angriffe« S. 235 ff.) Verwesung bedeutet allerdings
    nicht, dass ein Angehöriger der lebenden Toten einfach umfällt. Verwesung kann
    verschiedene Körperteile zu unterschiedlichen Zeiten befallen. Es wurden
    Exemplare mit intakten Gehirnen, aber fast vollständig verwesten Körpern
    gefunden. Andere mit teilweise verwesten Gehirnen können einige
    Körperfunktionen kontrollieren, in anderen Bereichen aber vollkommen gelähmt
    sein. In jüngster Zeit wurde eine populäre Theorie veröffentlicht, die versucht, die
    Geschichte der antiken ägyptischen Mumien als erste Beispiele für einbalsamierte
    Zombies zu deuten. Die Konservierungstechniken ermöglichten es ihnen, noch
    mehrere Jahrtausende nach ihrer Grablegung zu funktionieren. Jeder mit auch nur
    rudimentären Kenntnissen über das alte Ägypten dürfte diese Geschichte fast
    lächerlich finden: Der wichtigste und komplizierteste Schritt bei der Vorbereitung eines Pharaos für das Begräbnis war die Entfernung des Gehirns!

  4. bayer04 fan sagt:

    Und da aller guten Dinge 3 sind, habe ich noch eine Erklärung aus einem Zombie-Blog:

    Maschiach Pro
    http://www.zombieblog.de
    2009-07-10 @ 20:32:35
    Also ich halte es da wie der Autor Max Brooks in seinem Zombie Survival Guide: Da Tiere instinktiv das “verseuchte” Zombie-Fleisch meiden, verwesen Zombies viel langsamer als das normale Leichen tun. Fakt aber ist: Zombies verwesen, da das Muskel- und Fettgewebe sowie die inneren Organe nicht mehr mit Blut versorgt werden. Bei einer “normalen” Leiche unterstützen besonders Fliegen den Abbau-Prozess.
    Da aber Insekten das verweste Fleisch der Untoten nicht fressen möchten, können nur körpereigene Bakterien den Körper zersetzen. Das dauert natürlich viel länger, was auch die unterschiedlichen Zombie-Arten erklärt (einige “menschlich”, einige fast Skelette).
    Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen :-) Stehe jederzeit für weitere Diskussionen zur Verfügung!

    http://zombie-filme.blog.de/2009/05/11/kritik-night-of-the-living-dead-6095255/

    So, das wärs jetzt auch von mir zu dem Thema, ich will ja nicht die gesamte Seite zuspammen :P

    Liebe Grüße ans Team und danke für das schöne Fachsimpeln! Man lernt ja nie aus…;)

  5. bayer04 fan sagt:

    Ist noch ein Konter zu erwarten :P

  6. bayer04 fan sagt:

    Ich habe noch einen Link gefunden, der bestätigt, dass Zombies anders verwesen als “normale tote Menschen”:The PHYSICS OF ZOMBIES V: Madore’s Rule of Zombie Longevity and the Zombie Erosion Formula

    Auch Prozesse wie z. B. Leichenstarre, Autolyse und Gasbildung bleiben bei Zombies aus, da sie in ihren Körperzellen weiterhin ATP produzieren. Ohne ATP wäre auch für die Zombies keinerlei Bewegung machbar. Leichenstarre und Autolyse finden erst statt, wenn kein ATP mehr produziert wird. (Da Zombies aber weiterhin ATP produzieren können bleiben diese natürlichen Prozesse aus)

    Hier auch ergänzend nochmal ein Link, in dem versucht wird, die ATP-Produktion bei Zombies zu erklären:
    The PHYSICS OF ZOMBIES III: Madore’s Rule of Zombie Photosynthetic Vitality

    Schöne Pfingsten ;)

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