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*KZF = Knifflige Zombiefragen

Anja W. aus T. fragt: “Haben Zombies eigentlich Menschenrechte?”

Liebe Anja, vielen Dank, eine tolle und wirklich knifflige Frage! Wenn etwas aussieht wie ein Mensch, geboren wurde wie ein Mensch und in einer Gesellschaft von Menschen lebt: Kann man ihm die Menschenrechte absprechen, nur weil es tot ist? Etwa nur deshalb, weil es versucht, dich aufzufressen? Wäre das nicht ein bisschen kleinlich …?

Haben Zombies Menschenrechte?

Haben Zombies Menschenrechte?

Eines ist klar: Wenn die Zombie-Apokalypse erst einmal über uns herein- und die komplette Gesellschaft zusammengebrochen ist, gibt es keine Justiz mehr. Die Frage nach Menschenrechten für Zombies ist also weniger juristischer als vielmehr philosophischer Natur. Aber hey, um Zombiefragen in philosophischen Kontexten zu durchleuchten, sind wir ja hier!

Die Menschenrechte: Sie enthalten das Recht auf Leben. Da wird es schon schwierig: Zombies könnte man höchstens ein Recht auf Untod zugestehen. Ein justizielles Menschenrecht ist die Unschuldsvermutung (als unschuldig gelten, bis das Gegenteil bewiesen ist): Ha! Zombies sind immer schuld! Wenn irgendwo ein Arm abgeknabbert wurde und ein Zombie in der Nähe steht, soll er mal nicht behaupten, er sei es nicht gewesen! Ein soziales Menschenrecht ist das Recht auf Selbstbestimmung. Tja. Für Selbstbestimmung bräuchte man ein bisschen Bewusstsein, oder? Zumindest Präferenzen, ob man Zustand A besser findet als Zustand B. Zimmerpflanzen lassen die Blätter traurig hängen, wenn sie nicht gegossen werden; offensichtlich präferieren sie Gegossensein. Das Einzige, was Zombies nicht völlig egal ist, ist Menschenauffressen. Ich kann durchaus befürworten, die Selbstbestimmung von Zimmerpflanzen zu unterstützen und ihnen ein Recht auf Bewässerung zuzusprechen – besser als dass ich die Selbstverwirklichung von Zombies unterstützen kann, die auf Menschenbeinen rumkauen möchten. Dann wäre da noch Recht auf Teilhabe am kulturellen Leben – na ja, wir lassen ja durchaus Zombies ins Kino

Aber jetzt mal ganz ohne Polemik!

In der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte lesen wir:

“Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.”

Und das ist wohl der Knackpunkt: Auch “nach sonstigem Stand” verliert ein Mensch seine Menschenrechte nicht. Der Untod dürfte so ein “sonstiger Stand” sein. Untot sein heißt nicht rechtlos sein! Und nur weil ein Zombie weder Interesse an Bildung (ist ein Menschenrecht) noch an Arbeit (ist ein Menschenrecht) oder an kultureller Teilhabe (dito) hat, behält er dennoch das Recht darauf!

Die Antwort auf deine Frage, liebe Anja, lautet dann wohl: Ja, Zombies haben Menschenrechte! Aber wenn ein Zombie dir dein Recht auf Leben nehmen will, hast du das Recht, darüber richtig stinksauer zu sein! Doch Menschenrechte sind ein zu wertvolles Grundprinzip , um es für Zombies infrage zu stellen – und Ausnahmen gehen schon mal gar nicht! Universell gültig heißt universell gültig – ob tot oder nicht!

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