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Zombies sind überall: In Filmen, in Spielen, im TV, in der Werbung - Zombies sind Kult! Doch woher rührt der Glaube an wandelnde willenlose Untote? ZOMBIES IM NETZ weiß mehr über den Ursprung des Zombie-Mythos.

Wortherkunft und Einzug in die Popkultur

Zombies - woher rührt die Angst vorm Untod?

Zombies – woher rührt die Angst vorm Untod?

“Zombie” leitet sich vom zentralafrikanischen “nzùmbe” ab (aus der Sprache Kimbundu, die in Nord-Angola gesprochen wird). Das Wort heißt zunächst einfach nur “Totengeist”. Angst davor, dass Tote unter die Lebenden zurückkehren könnten, scheinen Menschen aller Epochen und Volkszugehörigkeiten seit jeher gehabt zu haben. Und sicher haben in der Vergangenheit komatöse, “scheintote” Personen, die für tot gehalten wurden und mit einem Mal doch wieder erwachten, Legenden und Mythen weiter angefeuert. Gerade, wenn ihr Hirn während ihres Komas (oder angeblichen “Scheintods”) mit zu wenig Sauerstoff versorgt wurde und sie sich bei ihrer “Rückkehr” nicht mehr klar artikulieren konnten und motorisch unbeholfen waren, sah der Aberglaube in diesen Fällen “willenlose Untote”. Angeblich war die Aufgabe der rituellen Totenwache früherer Tage deshalb unter anderem, Sorge dafür zu tragen, dass ein “Leichnam” nicht mehr von seinem Totenbett aufsteht.

Doch in unseren Breitengraden war eher der Glaube an “Wiedergänger” verbreitet – also an eine eher spirituelle Macht, die aus dem Grab heraus Unheil über die Lebenden bringen konnte. Der klassische Zombie, den wir heute vor Augen haben, kennt die westliche Popkultur erst seit schätzungsweise den 1920er Jahren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schwappten Vorstellungen des karibischen Voodoo-Kultes in Bücher und Filme:  Leichen wandeln unter magischem Einfluss ohne Kontrolle über das eigene Handeln zwischen den Lebenden. Als einer der ersten wichtigen Werke der westlichen Popkultur, in dem der Begriff “Zombie” als solcher fällt, gilt der Bela-Lugosi-Film White Zombie aus dem Jahr 1932. Die Untoten in dieser Geschichte ähneln noch stark dem Voodoo-Glauben: Die Untoten gehorchen als willenlose Sklaven einem Meister, der sie zu ihrem Zustand verdammt hat.

Voodoo-Zombies

Der Voodoo-Kult, beheimatet in der Karibik, hat die klassischen Zombies, so wie wir sie kennen, quasi “erfunden”. Anhänger glauben, dass Priester, sogenannte “Bokor”, die Macht haben, Menschen zur Strafe für Untaten vom Tode wiederzuerwecken. Und tatsächlich haben Wissenschaftler ein im Voodoo verwendetes Gift analysiert, das Menschen in “Zombies” verwandeln kann – sie zumindest wie “wandelnde Untote” erscheinen lässt. Es besteht im Wesentlichen aus Knochen, Kröten, giftigen Pflanzen und dem Gift des Kugelfisches. Vor allem dieser letzte Bestandteil kann die Herzfrequenz und den Puls so stark senken, dass diese Lebenszeichen kaum noch wahrnehmbar sind: Wer das Gift zu sich nimmt, wirkt tot; nach der Bestattung scheinen die Bokor die Macht zu haben, die Opfer von den Toten wiederauferstehen zu lassen, sobald die Wirkung des Giftes nachlässt.

Das Klima bestimmt die Art des Mythos

Faszinierend: “Bild der Wissenschaft” zitiert den Rechtsmediziner Sven Anders vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Ausgabe 4/2011), der über die Entstehung von Untoten-Mythen spricht. Menschen, so Anders, stellen sich Untote so vor wie die Leichen, die sie kennen. Im tropischen Klima der Karibik bekämen Leichen schnell Verfärbungen und Leichenflecken. In einem kalten Klima wie in den Karpaten ziehe sich das Fett- und Bindegewebe eines Toten schnell zurück, zum Beispiel an den Zähnen und Fingern. Und so wankt in den Tropen der verwesende Zombie durch die Alpträume der Menschen, in den Karpaten entsteht die Angst vor einem Vampir mit Reißzähnen und Klauen.

Spannende Links: 

Die Zombies von Haiti (ZDF) 

Die neuen Zeichen der Verwesung (Bild der Wissenschaft)

Zombies: The Real Story of the Undead (livescience; englisch)

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