Zombies im Netz

Das beste Zombie-Online-Magazin der Welt. Und drüber hinaus.

“Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker” von David Wong – verflucht gute Unterhaltung!

David Wong ist in Deutschland noch nicht so berühmt, wie er es sein sollte – er sollte sehr bald einen Kultstatus bekommen, denn der Mann kann schreiben! Das frisch im Februar 2014 auf Deutsch erschienene infernalische Zombie-Spinnen-Massaker (Metrolit Verlag, übersetzt von Marion Hertle) ist untertitelt mit “Ein schreiend komischer Höllenritt”: zu Recht! Es ist ein klasse Schmöker mit teilweise großartiger Situationskomik. Wie es sich für jeden Stoff gehört, der den Begriff “Zombie” im Titel trägt, fehlt es auch nicht an angemessen blutigen Szenen. Das Protagonisten-Trio (zwei sympathische Loser und eine einhändige Nerd-Lady) schließt man schnell ins Herz: Was begehrt der Zombie-Fan mehr!

Die Handlung

David Wong: Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker (Metrolit Verlag)

David Wong: Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker (Metrolit Verlag)

Zwei nerdige Loser (die üblichen sympathischen Antihelden – aber wirklich sehr sympathisch!), die im Alltag nicht viel auf die Reihe bekommen, dafür wissen, welche dunklen Seiten ihre Heimatstadt hat, sehen sich einer Apokalypse ausgesetzt. Außer ihnen kann die Auslöser der um sich greifenden Zombifizierung niemand sehen, denn sie selbst erkennen die ekligen Zombie-Spinnen nur, weil ihnen außergewöhnliche Drogenerfahrungen dabei helfen. Helfen – beim Fliehen, beim Kämpfen, beim Retten des angebeteten Nerd-Girls – kann ihnen ebenfalls die Tatsache, dass sie als Einzige ein paar unsichtbare Portale kennen, durch die sie sich durch den Raum beamen. Aber das führt fast schon zu weit. Viel wichtiger: Ein richtig netter Hund (aber wirklich total liebenswert!) kommt auch vor!

Humor-Faktor

Ein bisschen Douglas Adams, ein bisschen Nick Hornby, immer wieder Anlass für Lacher, die aus dem Herzen kommen, und sehr viel “Big Bang Theory” (irgendwer hat übrigens vom anderen abgeschrieben: Ich weiß nicht, ob David Wong zuerst von Sheldons Amy gehört hat, dass Indiana Jones für die Handlung vom “Jäger des verlorenen Schatzes” keinerlei Relevanz hatte, weil die Nazis mit oder ohne ihn die Bundeslade geöffnet hätten und gestorben wären – oder ob die TBBT-Drehbuchschreiber David-Wong-Fans sind und diese Überlegung von ihm haben): Das Buch hat Humor! Denn wer hat schon Lust, die Apokalypse furchtbar bierernst zu nehmen?!

Zombie-Faktor

Nein, klassische Zombies vermisst man hier. Die Zombie-Spinnen (die selbst keine Zombies sind, sie sind genau genommen “zombifizierende Spinnen”) sind eine Art Parasit, die Besitz von menschlichen Wirten ergreifen und die Kontrolle über sie übernehmen – was die Wirte nicht immer überhaupt bemerken. Weil die Spinnen ausgerechnet mit dem menschlichen Sprechapparat verschmelzen, kann es höchstens einmal passieren, dass dem menschlichen Wirt die eigene Zunge fremd erscheint – denn es ist halt nicht mehr die eigene. Sehen kann die Zombie-Viecher allerdings nicht jeder, sondern im Wesentlichen nur das Protagonisten-Duo, seit es mal verstörende Drogenerfahrungen gemacht hat. Für die Umgebung wird der zombifizierte Mensch natürlich zur Bedrohung, sonst wär’s ja keine Apokalypse. Und ihn dann zu töten, ist nicht leicht – normales Erschießen genügt nicht, solange der Kopf unbeschadet bleibt. Wenigstens an dieser Stelle fühlt sich der Fan klassischer Zombies versöhnt!

Der Nerd-Faktor

Wenn du Nerds magst, wirst du dieses Buch lieben. Und mehr muss dazu nicht gesagt werden!

Der “Jetzt habe ich alles kapiert”-Faktor am Ende

Es mag an mir liegen – aber für mich blieben am Schluss des Buches noch einige Fragen offen. Nicht wenige davon bezogen sich auf ein tentakliges Wesen, das unter der Erdoberfläche lebt und Menschen in den Abgrund zieht. Beim Verständnis hat mir keinerlei Zombie-Vorwissen geholfen, denn die Zombies, die ich kenne, haben nicht mal Tentakel. Das Gute ist: Dieses Buch liebt man nicht für seine Logik und Stringenz, dieses Buch liebt man für Überraschungseffekte, Humor und die durchgeknallte Handlung. Offene Fragen am Ende? Und wenn schon!

Der Satz, der hängenbleibt

Nein, mein Lieblingszitat ist kein lustiger Satz, sondern eine fast schon gesellschaftskritischer Passage:

“Unsere eigentliche Angst vor dem Zombie war nie, dass sein Biss uns in einen von ihnen verwandelt. Unsere Angst ist, dass wir bereits welche sind.”

Fazit

Wer das Buch nicht liest, ist doof! Zumindest selbst schuld.

Die Verlosung

An uns soll es nicht liegen, wenn du dieses Buch mit offensichtlichem Kultstatus-Potenzial nicht in den Händen hältst! Deshalb verlosen wir zur Erscheinung ein Exemplar. Was wir uns dafür von dir wünschen:

Nenn uns deine knifflige Zombiefrage. Lass dich von bereits beantworteten Fragen rund um Zombies inspirieren und stell uns eine, deren Antwort wir nicht bereits aus diesem Blog kennen. Du kannst hier in den Kommentaren teilnehmen oder auf unserer Facebook-Seite.

Die Verlosung ist vorbei! Gewonnen hat Barbaras Kommentar – Barbara, deine Fragen bleiben nicht unbeantwortet! :-) Aufklärung auf die drängenden Zombiefragen folgt in den kommenden Tagen – so wie auf alle anderen klugen Fragen!

Vielen Dank an alle fürs Teilnehmen!

Kommentare

8 Kommentare zu “Buchtipp: Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker”

  1. Astrid Meryjaine sagt:

    Kann man Zombies in gewissen Maßen Trainieren, zum Beispiel wie Tiere? Mit Futter und Geduld erreicht man Hunden ja auch viel, oder sind diese Areale des Gehirns nicht mehr ansprechbar?

  2. Ja, ich will! Mitmachen. Also:
    Kommen Zombies in die Pubertät? Und werden sie dann noch unausstehlicher, als sie es ohnehin sind?

  3. Ja, ich will das Buch!:)) Eigentlich habe ich zwei Fragen: Verwesen Zombis langsamer als “normale” tote Menschen? Und hält das Fressen von lebendigem Fleisch den Verwesungsprozess auf oder verlangsamt ihn -- oder das das keine Auswirkungen auf den Verwesungsprozess?

  4. Mich würd mal schwer interessieren, ob männliche Zombies zeugungsfähig sind.Und ob weibliche Zombies einen Eisprung haben. Und außerdem möchte ich dann noch wissen, ob ich das Buch gewonnen habe. Und MEINER Meinung nach hätte Larissa gewinnen sollen. Aber das nur am Rande.

    • Vorweg an Thomas und Enno: Euch beiden empfehle ich die Lektüre des Filmtipps zu Braindead und natürlich den Film …

      Nun, tatsächlich beschäftige ich mich in den letzten Wochen tatsächlich zunehmend mit dem Thema und vor allem die Map of Zombies habe ich immer in Sichtweise im Büro hängen, einige der dort aufgeführten Klassiker haben natürlich auch bereits den Weg auf die heimische Festplatte gefunden.

      Meine Fragen gehen allerdings in eine sehr ethische und rechtliche Richtung:
      Ich arbeite natürlich weiterhin an der Klassifizierung der Zombies -- was macht sie aus, welche Subtypen gibt es und warum. Nun haben sich in der Klassifikation der Vampire in den letzten Jahren zunehmend die Psi-Vampire eine Nische geschaffen -- und mich würde interessieren, ob in Zukunft auch den Psi-Zombies mehr Rechte in der Community der Zombies eingeräumt werden?

      Und darüber hinaus: In Deutschland ist gemäß § 131 des Strafgesetzbuches (StGB) die Darstellung von Gewalt gegen menschenähnliche Wesen seit einer Novellierung jener gegen Menschen gleichgestellt. Begründet wurde die Gesetzesänderung mit der Notwendigkeit, dass zuvor Gerichte bei Gewaltvideos Freisprüche aussprechen mussten, da die dargestellten Opfer definitionsgemäß keine Menschen waren, auf die § 131 des StGB Anwendung gefunden hätte. Dies umfasst neben Aliens bsp. auch Untote -- Zombis -- steht zumindest in der Wikipedia. Ist also damit zu rechnen , dass es in Zukunft zu Sammelklagen engagierter Zombies gegen Massenschlachtungen von Ihresgleichen in Filmen, Fernsehserien und Computerspielen kommen wird -- oder gibt es da bereits Präzedenzfälle?

  5. Dafür, dass mich Zombies früher nicht interessiert haben, beschäftige ich mich seit letztem Mai sehr häufig mit ihnen. Damit das so bleibt, brauche ich das Buch. Außerdem habe ich noch eine wichtige Frage, die mir den Schlaf raubt: Stimmt es, dass Models Zombies sind? Es scheint mir so wahnsinnig plausibel.
    - Sie können zwar sprechen, oft handelt es aber um sich wiederholende Phrasen. Könnte auch von einem eingepflanzten Tonband kommen.
    - Sie sind unnatürlich schlank. Bei einem dicken (= normalgewichtigen) Zombie müsste man doch problemlos Fleisch abschaben können. Mit dem Schmerz haben sie es doch nicht so. Und so wäre im Handumdrehen ein Model geschnitzt.
    - Eventuell ungesund aussehende Hautpartien kann man überschminken.

    Was meint die Expertin?

  6. Wenn eine schwangere Frau nach ihrer Zombiefizierung entbindet, wird das Baby dann ein Mensch oder ein Zombie?

  7. Zombies im Netz sagt:

    Liebe Zombie-Fans,
    vielen, vielen Dank für eure klugen Fragen! Gezogen hat der Glückszombie Kommentar 3 -- das sind die zwei Fragen von Barbara!
    Barbara, viel Spaß mit den Zombie-Spinnen!

    Alle Fragen werden natürlich in den kommenden Tagen beantwortet! :-)

Schreib einen Kommentar